Die Gründung der "Freiwilligen Feuerwehr Weißkirchen am Taunus" durch 31 engagierte Bürger erfolgte erst nach 3 mißglückten Versuchen im Dezember 1929 im Gasthaus "Zum Hirsch". Geburtshelfer waren der Kreisbrandmeister Holler, Kreisverbandsvorsitzender Henning, der Bad Homburger Oberbrandmeister Deisel sowie der Gonzenheimer Kommandant Wagner. Somit hatte auch Weißkirchen als letzte Gemeinde des damaligen Obertaunuskreises eine "Freiwillige Feuerwehr". Bisher bestand allerdings auch hier schon seit 1844 eine Pflichtfeuerwehr.
Schon in der Gründungsversammlung wurde Ernst Rehm zum 1. Brandmeister gewählt.
Mit einer handbetriebenen Saug- und Druckspritze, 110 m reparaturbedürftigem Druckschlauch und einer Schlauchkarre wurde der Dienstbetrieb begonnen. Die Anschaffung von weiteren Ausrüstungsgegenständen fand die damalige Gemeindeverwaltung überflüssig, ja man zweifelte sogar die Existenzberechtigung der Feuerwehr an, da es in Weißkirchen nachweislich sowieso nur alle 10 Jahre brenne. Doch diese und andere Anfangsschwierigkeiten entmutigen die Wehrmänner nicht und sie konnten ihr Können in den ersten Jahren bei mehren Einsätzen unter Beweis stellen.
Es wurde auch intensiv an der Ausbildung der Feuerwehrleute gearbeitet, wobei die Feuerwehr Bad Homburg hilfreich zur Seite stand. 1933 wurde dann unter einer neuen Gemeindeverwaltung die erste TS 6 angeschafft. Bereits 1936 stellte der 1. Brandmeister Ernst Rehm aus Gesundheitsgründen sein Amt zur Verfügung und sein Adjutant Karl Haaf wurde zum Nachfolger ernannt.
1937 kaufte die Wehr zum Transport von Spritze und Mannschaft aus eigenen Mitteln ein gebrauchtes Kabriolett und erhöhte damit ihre Schlagkraft wesentlich. Durch den Umbau des alten Spritzenhauses zu Anfang des Krieges konnten die Geräte endlich zentral untergebracht werden, was sich in den folgenden Jahren bei mehreren Großbränden und nicht zuletzt bei vielen Einsätzen während des Luftkrieges in Frankfurt, Offenbach, Bad Homburg und Kronberg positiv auswirkte.
Nach Ende des Krieges, aus dem 6 Kameraden nicht mehr zurückkehrten, stieß die Weiterführung der Wehr wie vielerorts auf Schwierigkeiten und es war in erster Linie den regen Bemühungen von Ortsbrandmeister Karl Haaf zu verdanken, daß ein intensiver Dienstbetrieb wieder möglich war.
1950 wurde aus den Reihen der Feuerwehr auch ein Spielmannszug aufgestellt, der sich 1958 aber leider wieder auflöste. Im Mai 1954 feierte die Wehr mit einem würdigen Fest ihr 25-jähriges Bestehen. 1955 kaufte die Gemeinde ein gebrauchtes Löschgruppenfahrzeug LF 8.
Ortsbrandmeister Karl Haaf trat 1956 aus Altersgründen zurück und Heinz Oxanitsch wurde zum Nachfolger gewählt. In seine Amtszeit fielen entscheidende Veränderungen in der Wehr. Der neue Vorstand bemühte sich erfolgreich um junge Leute für den aktiven Dienst. So hatte die Wehr Weißkirchen schon 1958 und auch 1965 inoffizielle Jugendgruppen.
Eine 1961 erfolgreich durchgeführte Werbung ließ die Zahl der Mitglieder, incl. fördernden, von 80 auf 260 steigen. 1964 wurde ein neues LF 8 sowie die ersten 3 Preßluft-Atemschutzgeräte angeschafft und 1967 als Ersatz für den altersschwachen TSA ein TSF, das aber aus Platzgründen nicht im Gerätehaus untergestellt werden konnte. Es wurde deshalb ein neues Feuerwehrhaus geplant, das im Juli 1971 dann eingeweiht wurde und auch den Erwartungen der Wehr entsprach.
Durch die Gebietsreform in Hessen wurde die Wehr 1972 eine von 5 Oberurseler Stadtteilwehren, die "Freiwillige Feuerwehr Oberursel-Weißkirchen". Wehrführer Oxanitsch wurde von 1972 bis 1977 zum stv. Stadtbrandinspektor von Oberursel gewählt. 1973 wurde eine Jugendfeuerwehrgruppe nach den Richtlinien des DFV gegründet, deren Leitung Norbert Kinkel übernahm und die sich bis heute regen Zuspruchs erfreut und zu einem Nachwuchslieferanten für die Einsatzabteilung wurde. Weitere Jugendwarte waren dann Martin Jung (1978-1988), Harald Kinkel (1988-1993) und Jens Kruske (1993-1998). 1973 wurde einmodernes TLF 16 und 1974 mit beträchtlichen Vereinsmitteln ein gebrauchtes Transporterfahrzeug beschafft, das in Eigenhilfe zu einem GW umgebaut wurde, um die inzwischen zahlreich vorhandenen Hilfeleistungsgeräte aufzunehmen.
Ab 1978 führte dann Gerd Heil zusammen mit einem stark verjüngten Vorstand die Geschicke der Wehr. Um den Fahzeugpark auf modernem Stand zu halten, wurde das TSF 1979 in ein TroLF 250 umgebaut und 1984 ein ELW angeschafft sowie 1981 das LF 8 ersatzbeschafft.
Norbert Kinkel übernahm 1988 die Wehrführung. Die 1992 erfolgte Ersatzbeschaffung des GW durch einen GW-Z war erstmalig in Hessen.
Durch Erweiterungen und Modernisierungen wurde das Feuerwehrhaus immer den entsprechenden Bedürfnissen angepaßt. Optimales wurde durch die Aufstockung des Verwaltungstraktes 1991 erreicht. Der so geschaffene Gemeinschaftsraum wird auch von anderen Weißkirchener Vereinen genutzt und es finden hier Kreisfeuerwehr-Schulungen statt.
In Jahre 1993 wurde Martin Jung Wehrführer. 1996 ersetzte ein LF 16/12 das in die Jahre gekommene TLF 16. Aus den Mitteln des Fördervereins gelang 1998 die Beschaffung einens "Pick-Up" als Mehrzweckfahrzeug. Im gleichen Jahr wurden ein neuer Mercedes Sprinter ELW für den VT-LT 35 beschafft.
Christian Luxenburger löste 2003 Martin Jung als Wehrführer ab und führt die Wehr nun in ihr 75. Jubiläum.
Von allen Wehrführungen wurde immer Wert auf eine gründliche Ausbildung der Feuerwehrleute gelegt, sowohl innerhalb der Wehr durch regelmäßige Übungen und Unterrichte, als auch bei Lehrgängen an der Hess. Landesfeuerwehrschule in Kassel, bei der Branddirektion Frankfurt und auf Kreisebene.
Durch stets steigende Mitgliederzahlen und besonders in jüngerer Zeit durchgeführte, einträgliche Veranstaltungen, konnten beträchtliche Mittel dem Brandschutz in Weißkirchen zugeführt werden. Die Gemeinde Weißkirchen hatte 1929 im Gründungsmonat Dezember 920 Einwohner, im Dezember 2003 lebten im Oberurseler Stadtteil Weißkirchen 5163 Bürger.